DISKUSHERNIEN
Sozialgericht stärkt die Rechte von Schmerzpatienten. Danach hat ein Schmerzpatient das Recht in einer schmerztherapeutischen Klinik behandelt zu werden, auch im Falle von schmerzhaften Bandscheibenvorwölbungen braucht er also nicht irgendeine der sonst üblicherweise angebotenen, orthopädische Rehabilitationen akzeptieren und kann unter Hinweis auf das Urteil gleich Widerspruch einlegen. Hier gelangen Sie zu dem Urteil (dieses gilt sinngemäß natürlich nicht nur für die Rentenversicherungen sondern auch für Krankenkassen), das mittlerweile rechtskräftig ist. Pressemitteilung dazu: http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=051207009&phrase=schmerzklinik
Modifizierter und aktualisierter Beitrag aus dem Buch "Ambulante und stationäre Therapie chronischer Schmerzen", herausgegeben von R. Le eser, ärztl. Dir. der Bad Mergen theimer Schmerzkliniken. Enke Verlag Stuttgart (Nov. 1995, 2. Auflage), ISBN 3-432-9932-1 * (Beurteilung im Deutschen Ärzteblatt, Heft 27, 5.7.1996: Ausgereiftes Handbuch der Schmerztherapie mit einem vorzüglichen pharmakologischen Überblick).
Der Begriff "Diskushernien" setzt sich zusammen aus den Wortteilen "Diskus" (D iscus intervertebralis = Bandscheibe) und "Hernien" (Brüche (des Faserrings) mit Verlagerung von Gewebe).
Diskushernien, auch als Bandschei benvorfälle bezeichnet, sind durch Überbeanspruchung und Abnutzung entstandene pathologische (= krankhafte) Veränderungen der Ban dscheiben. Die Ban dscheiben sind knorpelige Strukturen, welche in der Wirbelsäule zwischen den Wir belkörpern angeordnet sind und dort eine Pufferungs- oder Federungs-Funktion übernehmen. Anders gesagt: Alle Erschütterungen, die auf unsere Wir belsäule beim Laufen, Autofahren, Fahrradfahren oder beim schweren Heben, einwirken, werden von den Ban dscheiben abgefedert.
Die Bandscheiben sind aus zwei verschiedenen Geweben aufgebaut. In der Mitte besitzen sie einen gallertartigen Kern, den Nucleus pulposus. Umgeben ist dieser von einem Knorpelring, welcher aus faserartigem Material aufgebaut ist (Anulus fibrosus).
Nun ist verständlich, daß diese Knorpelscheiben im Laufe der Zeit durch die ständigen Belastungen Veränderungen unterliegen. Sie verlieren Flüssigkeit und damit Elastizität. Es finden knöcherne Umbauten statt, d.h. Teile des Knorpelgewebes werden kalzifiziert, also zu Knochen umgewandelt. Derartig verändert können die Ban dscheiben den Belastungen des Alltags natürlich wesentlich schlechter standhalten; es kommt, meistens als schleichender Vorgang, selten von einem Tag auf den anderen, zu Diskushernien. Hierbei drückt die Ban dscheibe in den direkt benachbarten Wir belkanal, in welchem die Nervenstränge des Rücken marks verlaufen. Wenn bei diesem Vorfall Teile der intakten Ban dscheibe in den Wir belkanal eindringen, also mit ihrem äußerem Faserring, spricht man von einer Diskusprotrusion. Von Diskushernien spricht man, wenn der Anulus fibrosus durchbrochen ist und der gallertartige Kern in den Wir belkanal eindringt. Lösen sich einzelne Teile der Ban dscheibe und liegen isoliert im Wir belkanal, spricht man von einem Sequester bzw. von einem sequestrierten Vorfall.
Wie bemerkt der Patient Diskushernien?
Erst einmal muß man sich hierzu die Anatomie (= den Aufbau) der Wir belsäule vor Augen führen. Im Bereich der Brustwirbelsäule sind die Wir belkörper (und damit die Ban dscheiben ebenso) zusätzlich durch die Rippen und die Zwischenrippen muskulatur fixiert. In diesem Bereich treten Diskushernien praktisch nie auf. Die anfälligen Bereiche der Wir belsäule für eine Disk ushernie sind die Lendenwirbelsäule und die Halswirbelsäule, wobei Vorfälle im Bereich der Lenden - und Sakralwir belsäule ca. um den Faktor 100 häufiger sind, verständlich, da hier wesentlich größere Kräfte wirken als im Halsberei ch.
Die Symptome, welche der Patient bemerkt, rühren von der Kompression der Nervenwurzel im Wir belkanal her. Es kommt zu Schmerzen, Parästhesien (= Missempfindungen), Muskel schwäche, im schlimmeren Fall sogar zu Lähmungen, welche sich genau dem Innervationsgebiet (= Versorgungsgebiet) des betroffenen Nerven zuordnen lassen. Die für diesen Nerv typischen Reflexe (z.B. Patellarsehnenreflex oder Achillessehnenreflex) lassen sich nicht mehr, oder nur noch abgeschwächt, auslösen. Besteht die Nervenkompression längere Zeit, bauen die von diesem Nerven innervierten Muskeln ab, man spricht von Mus kel-Atrophie. Eine Dis kushernie im Lende n/Sakralwir belbereich führt so zu einem veränderten Gangbild des Patienten. Er kann nur noch schlecht oder gar nicht mehr laufen, hat Probleme aus der Hocke aufzustehen oder kann die große Zehe nicht mehr gegen Widerstand nach oben strecken (was dazu führt, dass der Betroffene häufig stolpert, da er mit der Ze he hängen bleibt).
Wie wird die Diagnose gestellt?
Als erstes führt der Arzt ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten, um sich ein genaues Bild von der Entstehung der Probleme zu machen (die sog. Anamneseerhebung). Der nächste Schritt ist die klinische Untersuchung. Wie oben bereits erwähnt, hat jede Ner venwurzel eine Muskelgruppe, welche im Falle der Kompression durch Diskushernien beeinträchtigt ist (Kennmuskel), einen bestimmten Reflex, welcher ausfällt oder abgeschwächt ist sowie ein Hautareal (Dermatom) in welchem die Empfindung gestört ist:
|
Wurzel |
Bandscheibe |
Kennmuskel |
Reflex |
Dermatom (= zugehöriger Hautbereich) |
|
-------- |
---------------- |
--------------------- |
--------------------- |
------------------------------------- |
|
C5 |
HWK |
M. deltoideus |
Bizepsreflex |
Außenseite der Schulter |
|
C6 |
HWK |
M. biceps |
Bizepsreflex |
über Ellenbogen, Speichenseite, Unterarm, Daumen |
|
C7 |
HWK |
M. triceps |
Trizepsreflex |
hinterer Unterar m, Finger 2-5 |
|
C8 |
HWK |
kleine Handmuskeln |
Trömner-Reflex |
Un terarm hinten/seitlich, Fin ger 4,5 Außenseite |
|
L3 |
LWK |
M. adduktor |
Adduktorenreflex |
Oberschenkel außenseite bis Innenseite Knie |
|
L4 |
LWK |
M. quadriceps fem. |
Patellarreflex |
Oberschen kel außen bis Fuß innenkante |
|
L5 |
LWK |
Langer Zehenheber |
Tibialis posterior-R |
Oberschen kel / Unterschenkel außen bis Fußrücken |
|
L6 |
SWK |
M. triceps surae |
Achillessehnenreflex |
OS/US außen, Ferse, Fußaußenseite |
Aufgrund der Ausfälle in diesen Innervationsgebieten kann der Arzt, meist ein Neurologe, hier schon eine genaue Aussage über den Ort der Hernie treffen.
Um die Diagnose sicher zu bestätigen, sind heutzutage die bildgebenden Verfahren das Mittel der Wahl. Die Computertomographie oder die Kernspintomographie können hier sehr genaue Aussagen über Lokalisation und Größe der Diskushernien liefern. Eine derartige Untersuchung ist für die sichere Diagnose heutzutage obligat (= zwingend).
Die Therapie
Es gibt zwei verschiedene Ansätze, Diskushernien zu therapieren:
Medikamentöse Schmerzbehandlung:
Akut
(= plötzlich einsetzend,
heftig) und subakut
(= eher schleichend verlaufend)
können zunächst (vorwiegend) peripher
wirkende
Analgetika
(=
Schmerzmittel, die am Ort der
Schmerz
entstehung wirken)
eingesetzt werden, insbesondere sog. nicht steroidale Antirheumatika
(= Rheumamittel),
aus dieser Gruppe möglichst
langwirkende und
magen
schonende wie z.B. Mobec®. Besonders magenschonend und auch
entzündungshemmend sind die sog. COX-2 Inhibitoren, z.B. Parecoxib (Dynastat®)
oder Etoricoxib (Arcoxia®), allerdings scheint diese Stoffgruppe mit
einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden zu sein, zumindest bei längerer
Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib und Etoricoxib nicht auch noch
vom Markt genommen werden, wie schon andere Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
Bei stärkeren schmerzhaften Muskelverspannungen können darüber hinaus auch
Muskel
relaxanzien (=
Mittel zur Entspannung von
Muskeln)
(z.B. Norflex®, Mydocalm®) verordnet werden.
Manchmal sind aber die Schmerzen nur mit zentralwirkenden Analgetika
(z.B. Tramadol, Valoron N®)
(= im Gehirn bzw. Rückenmark wirkende Schmerzmittel)
beherrschbar.
Grundsätzlich sollte aber auch bei Diskushernien eine längerfristige
Schmerzmittelverordnung wegen der Gefahr der Gewöhnung oder gar
Schmerzmittelabhängigkeit
vermieden werden.
Die Kombination mit schmerzdistanzierenden
Antidepressiva
(= Mittel gegen Depression,
aber auch bei einem chronischen
Schmerz wirksam)
(z.B. Doxepin, Maprotilin) hilft in vielen Fällen
Schmerz
mittel einzusparen.
Chirotherapie
Ein anderer Ansatz der konservativen Therapie ist die Chirotherapie, bei der vom
Arzt versucht wird, den Druck der Hernie auf den Nerv durch Manipulation zu
mindern, d.h. der Behandler versucht durch bestimmte Bewegungen und Druckpunkte,
den
Schmerz des
Patienten zu bessern.
Therapeutische Lokalanästhesie
(=
Behandlung mit einem
örtlichen Betäubungsmittel
bzw.
Lokalanästhetika):
Bei anhaltenden
Rückenschmerzen
sollten rechtzeitig alternative Methoden eingesetzt werden. Eine sehr wirksame
Alternative, ohne jedes Gewöhnungs- oder Suchtpotential, ist die
therapeutische Lokalanästhesie
mit einem lang wirkenden
Lokalanästhetikum
(=
örtliche Betäubungsmittel)
(z.B.
Bupivacain) in Form von örtlichen Betäubungen und
Nervenblockaden.
Infiltrative
Lokalanästhesie
(= Infiltration mit einem örtlichen Betäubungsmittel):
Die einfachste diesbezügliche
Therapie besteht in der örtlichen Infiltration der meist verspannten, an die Wir
belsäule angrenzenden
Muskulatur.
Je nach segmentaler Ausdehnung reichen ca. 5-10 ml Bupivacain 0,25% bis 0,5%
völlig aus. Eine weitere Möglichkeit ist die gezielte Infiltration von
Triggerpunkten (=
kleine Reizzonen hpts. in der Mus kulatur) nach vorheriger
Identifizierung derselben.
Periphere
temporäre
(= oberflächliche, zeitlich begrenzte)
Nervenblockade
n:
Zur Unterbrechung segmentaler Reflexkreise, aber auch zur Therapie von
Schmerzausstrahlungen eignen sich bei
Rückenschmerzen
Blockaden (=
Betäubungen) der
korrespondierenden Ner
venwurzeln
(= im Schmerzbereich befindliche Nervenaustrittstellen neben
der Wir
belsäule).
Im Lendenbereich auch kontinuierlich mit Katheter (*siehe
unten).
Schmerzausstrahlungen in
Schulter /
Arm, wie sie bei
Diskushernien der unteren Halswir
belsäule in typischer Weise vorkommen,
sprechen zufriedenstellend auf die wiederholte hohe Blockade des Plexus
brachialis (=
Betäubung des Armnervengeflechts im seitlichen Halsbereich)
nach Winnie an. Technisch risikoärmer und oft besser wirksam
ist jedoch die kontinuierliche, retrograd hohe Plexus brachialis-Blockade mit
Katheter (*siehe unten). Dabei ist er interskalenäre Zugang
mit einem etwas höheren Risiko behaftet als bei der axillären
Kathetereinpflanzung.
Im Bereich der
Beine können
bei entsprechender radikulärer oder pseudoradikulärer Schmerzausstrahlung
(=
Schmerzen die auf
eine tatsächlich oder scheinbar geschädigte Ner venwurzel
zurückzuführen sind) der vordere
Oberschenkel
nerv (N. femoralis) und / oder der
Ischias
nerv wiederholt blockiert werden, in hartnäckigen Fällen mit Katheter (*
siehe unten).
Diskushernien im mehr oberen Lendenwir
belsäulenbereich
können zu Schmerzausstrahlung in den Bereich des seitlichen und inneren
Oberschenkels führen. Mit der sog. 3-in-1-Blockade gelingt die zusätzliche
Betäubung der Ner
ven obturatorius und cutaneus femoris lateralis, deshalb auch geeignet
zur Behandlung der
Meralgia paraesthetica
(=
brennende Schmerzen
an der Oberschenkelaußenseite).
Eine Periduralblockade
(= rückenmarknahe Betäubung)
im Bereich der Halswir belsäule
erfordert ein strenge Nutzen-/Risikoanalyse.
Die lumbale Periduralblockade (= rückenmarknahe Betäubung im Lendenbereich),
insbesondere kontinuierlich mit Katheter*, ist bei bandscheibenbedingten
Rücken
- bzw.
Kreuzschmerzen eine
sehr effektive Therapiemaßnahme, die allerdings nur unter stationären
Bedingungen durchgeführt werden sollte. Bei technischer Beherrschung, adäquater
Lokalanästhetika-Dosierung und Beachtung der hygienischen Belange kann das
Risiko bei der Anzeige "Rückenschmerzen
bzw.
Kreuzschmerzen" als
vertretbar eingestuft werden.
Statt mit einem örtlichen
Betäubungsmittel können die aufgeführten, rückenmarknahen Blockaden auch mit
einer verdünnten Morphin-Lösung durchgeführt werden, allerdings ist dabei die
oft zu beobachtende, über die Behandlungszeit hinaus anhaltende Wirkung deutlich
weniger ausgeprägt.
Bei sehr schweren und sonst kaum behandelbaren Rücken- bzw.
Kreuzschmerzen kann
zur Durchführung rückenmarknaher Blockaden auch eine kleine Schmerzpumpe
unter die Haut gepflanzt werden. Das Arzneimittelreservoir der Pumpe wird dann
in bestimmten Zeitabständen durch die Haut hindurch mit Hilfe einer Spritze
wieder aufgefüllt.
* Bei der sog. kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird der dünne Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Ner ven eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht „aufgeschnitten“ werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das Lokalanästhetikum (= örtliches Betäubungsmittel) völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittels durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Das örtliche Betäubungsmittel wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass die grobe Kraft erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der Schmerzreizleitung), damit begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich bleiben. Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Ner ven betroffen sind, woraus eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert. Dies ist der Grund, warum diese Behandlungsmethode besonders bei Schmerzen, die durch entzündliche Prozesse entstanden sind, hilfreich ist.
Physikalische
Therapie:
Auch die Elektrostimulation kann eine
Beschwerdelinderung herbeiführen. Die transkutane Nervenstimulation mit
Niederfrequenzgenerator über Klebeelektroden (TENS) hat den Vorteil, daß sich
die Patienten bei Bedarf selbst behandeln können. Die Elektroden werden paarig
neben der Wir
belsäule im Schmerzbereich aufgeklebt. Durch
Veränderung der Stimulationsfrequenz und der Elektrodengröße kann die Wirkung
optimiert werden.
Eine weitere physikalische Behandlungsmöglichkeit ist bei Diskushernien
die oberflächliche Kältetherapie im Schmerzbereich. Wir verwenden einen
elektrischen Kaltluftgenerator, dessen Luftstrom auf ca. -10 bis -15 Grad C
abgekühlt ist.
Manche Patienten mit einer Dis kushernie empfinden allerdings
lokale Wärmeapplikationen (Rotlicht) als besser wirksam. Warme Bäder
können ebenfalls einen
Rückenschmerz
lindern.
Die Verordnung von Massagen ist auch bei Schmerzen nach Diskushernien
nicht sinnvoll. Für den Patient mag diese Behandlung zwar angenehm sein, aber
unter schmerztherapeutischem Aspekt bringt sie nichts und führt nur zu unnötigen
Kosten.
Nahezu unverzichtbar ist aber die heilgymnastische Therapie, da meist nur
diese geeignet ist, einen ärztlichen
Behandlungserfolg zu sichern und längerfristig zu stabilisieren. Dabei gilt es,
die
Muskulatur
neben der Wir
belsäule zu trainieren, da auf Dauer nur eine
kräftige/suffiziente Mus
kulatur eine statische und dynamische
Schwäche des Achsenorgans kompensieren kann.
Auch eine
Magnetfeldtherapie kann schmerzlindernd wirken.
Andere
Therapiemaßnahmen:
Bei einer Dis
kushernie im Lendenwir belbereich wird der Patienten in
ein sog. Stufenbett gelegt, d.h. er bekommt einen Quader, z.B. aus Schaumgummi
in sein Bett, mit dessen Hilfe er mit abgewinkelten, hochgelagerten
Beine
n gelagert wird, was den Zug auf den betroffenen Nerven vermindert und so
die Beschwerden lindert.
Der Vollständigkeit halber
darf auch die
Akupunktur (Schmerzakupunktur)
nicht unerwähnt bleiben.
Wichtig sind individuelle Instruktionen zur richtigen Haltung und
Vermeidung von übermäßigen Wirbelsäulenbelastungen (funktionelle Ergotherapie
bzw.
Rückenschule).
Darüber hinaus ist anzustreben, daß die betroffenen Patienten Übungen zur
Lockerung der Mus
kulatur erlernen.
Die Verordnung von Hilfsmitteln wie z.B. stabilisierende Korsette sollten dem
Orthopäden vorbehalten sein.
Hypnoide (=
bewußtseinsverändernde) Verfahren
wie autogenes Training oder progressive Relaxation nach Jakobson sind auch bei
Diskushernien eine sinnvolle Ergänzung der Gesamtstrategie, da auch sie zu einer
muskulären Entspannung führen, ebenso
Biofeedback (=
Registrierung und Rückmeldung bioelektrischer Signale).
Wenn alle konservativen Therapieansätze versagen, kommt nur noch eine Operation in Frage, wobei aber die Indikation (= Anzeige) zu einer Bandschei benoperation in den letzten Jahren immer mehr eingeschränkt worden ist. Als Grund für eine Operation ist das Krankheitszeichen "Rückenschmerz" oder „Kreuzschmerz“ in den Hintergrund getreten, weil eben die Erfolgsquote leider nicht besonders hoch ist. Man fragt sich deshalb auch immer wieder, warum vor einer Operation nicht zuerst eine spezielle Schmerztherapie versucht wurde. Als relative Indikation (= Anzeige) gilt allenfalls ein unerträglicher, therapieresistenter (= nichts hilft) Rückenschmerz.
Kommt man um eine Operation nicht herum, so bieten die Methoden der modernen Schmerztherapie optimale Voraussetzungen für eine nachfolgende Anschlußheilbehandlung (Anschlußrehabilitation). Mehr darüber erfahren Sie hier: http://www.anschlussheilbehandlung.co.uk (einfach anklicken).
Die Operation besteht meist darin, die vorgefallenen Bestandteile der Ban dscheibe zu entfernen. Dies ist heutzutage auch mikrochirurgisch möglich, d.h. es werden nur noch sehr kleine Schnitte benötigt. Verfahren, bei denen versucht wurde, den Vorfall enzymatisch aufzulösen, sind heutzutage wieder weitgehend verlassen. Allerdings kann das vorgefallene Material durchaus auch anhand eines Lasers anstelle von Schneidewerkzeugen entfernt werden. Da auch auf der operierten Etage später wieder neues Bandscheibenmaterial austreten kann, werden die beiden betroffenen Wir belkörper manchmal miteinander fusioniert. Dies geschieht anhand von Schrauben und Platten, meist aus Titan. Eine solche Versteifung ist allerdings nicht nach jeder Dis kushernie notwendig.
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Q
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R
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